Brand Design für ein konzeptuelles Sleep Hotel: visuelle Identität, Custom Typeface und KI-generierte Bildwelt für AEVOM Regeneration Rooms.
Café Branding | in Arbeit.
Jede Marke beginnt mit einer Frage: Welche Haltung soll diese Identität langfristig tragen? Die Antwort kommt aus der Strategie: aus Positionierung, Zielgruppenverständnis, dem Wissen darüber, welchen Raum eine Marke besetzen will. Generative KI setzt an dem Punkt an, wo dieser Rahmen steht. Sie verändert, wie schnell und wie tief die gestalterische Arbeit von dort aus geht.
„AI Slop“ ist 2025 Merriam-Websters Wort des Jahres geworden. KI ist nicht schlecht, aber weil zu viele sie ohne Haltung benutzen, wirkt alles irgendwie flat und unecht.
Man erkennt es und man vermisst die handgemachte Tiefe. Inter-Font, Blau-lila-Gradient, generisches Layout. Coca-Cola, McDonald's, Samsung haben es vorgemacht: Wenn das Modell entscheidet,
entscheidet der Durchschnitt aller Trainingsdaten. Das sieht man.
Oder ai-generierte Webdesigns: Beeindruckend generisch. Aber: Es wird für viele reichen. Denn wir Designer*innen überschätzen vielleicht auch die Urteilskraft der Masse. Das war schon immer
so. Wo wir in einer Speisekarte schlechte Typografie erkennen, lesen andere einfach, was man bestellen kann. Natürlich: Würde man ihnen eine besser gestaltete Menükarte vorsetzen, würden sie
auch sehen, dass es dann noch mehr Lust macht zu bestellen. Hätten aber vielleicht trotzdem das gleiche bestellt.
Die Qualität der KI-Tools ist nicht das Problem, die ist gut. Richtig gepromptet: supergut. Die fehlende Qualität der Entscheidungen dahinter macht den Unterschied. KI generiert
Volumen. Wer auswählt, der verwirft auch viel, weil er versteht, warum das eine stimmt und das andere nicht. Audiences lehnen KI nicht ab, aber sie lehnen Ergebnisse ab, denen man
ansieht, dass sich niemand die Mühe gemacht hat, die Idee liebevoll zuende zu denken.
Am Anfang steht die Markenstrategie – Positionierung, Tonalität, der visuelle Raum, den eine Marke besetzen soll. Aus diesem Fundament heraus entwickelt sich die gestalterische Idee, und hier wird KI zum Sparringspartner. Konzepte lassen sich schneller durchspielen, Richtungen werden früher greifbar, Schwächen kommen früher ans Licht. Die Idee bleibt strategisch verankert – und wird dabei schneller größer und konkreter.
Der Stil kommt aus dem Kopf der Designerin – aus strategischem Verständnis und gestalterischer Haltung. KI zeigt, wie weit dieser Stil trägt. Durch visuelle Exploration in einer Dichte, die allein kaum erreichbar wäre, entsteht ein geführtes Suchfeld, das sich mit jeder Entscheidung weiter präzisiert. Wer mehr gesehen hat, wählt mit mehr Sicherheit.
Hier liegt die eigentliche Arbeit. Welche Variante trägt die Marke über Jahre, welche verliert an Substanz, sobald man länger hinschaut? Diese Fragen brauchen gestalterische Erfahrung, strategisches Verständnis und das Urteilsvermögen, das aus echter Projektpraxis kommt. Das Ergebnis dieses Prozesses ist stärker als das, was Mensch oder KI jeweils allein erreichen.